Medellin – Das Las Vegas Kolumbiens

Las Vegas – Manche lieben es, manche hassen es. Und unserer Meinung nach ist es auch so mit Medellin. Einst galt diese Stadt als Gefährlichste der Welt, doch heute kann man sie als Tourist – wenn auch mit ein paar Verhaltensregeln – geniessen. Medellin hat 2.4 Millionen Einwohner und ist die zweitgrösste Satdt Kolumiens. Früher war es Schaltzentrale des mächtigsten Drogenbosses der Geschichte: Pablo Escobar. Damit ist heute Schluss und was bleibt ist eine Stadt mit einer dunklen Geschichte, aber dafür einer umso freudigeren und sonnigeren Kultur heute.

Wo solltest Du Dein Hostel suchen?

Die meisten Touristen bleiben im Stadtteil „El Poblado“. Und wenn wir sagen „die meisten Touristen“ meinen wir: DIE HORDEN von Touristen. Wir sind im Monat August hier und es ist einfach voll mit westlichen Besuchern. Wie gesagt: Die einen fühlen sich so erst richtig wohl und anderen ist das schon fast zu viel.

In „El Poblado“ solltest Du trotzdem bleiben. Hier hast Du alles, was Du brauchst. Als Tourist findet man das volle Entertainment-Programm. Ob es Restaurants, Cafes, Bars oder Clubs sind, aber auch Reinigungen, Abfahrtsplätze für Busse und Touren, gute und viele Ho(s)tels. Ausserdem ist es hier sicher. Ob bei Tag oder bei Nacht: Hier kannst Du ohne Probleme herumlaufen. Natürlich ist ein wachsames Auge immer wichtig, aber auch die zahlreichen Polizsten schauen, dass man wohlbehalten durch die Strassen kommt.

Medellin El Poblado

Restauranttipps Medellin

Wir würden Medellin als die „Gourmet Hauptstadt Kolumbiens“ bezeichnen. Hier gibt es wirklich für jeden Geschmack etwas. Leider hat die einheimische Küche in unseren Augen nicht viel zu bieten, aber in Medellin isst man sehr gut. Vor allem Restaurants mit der Küche anderer Länder machen einen herausragenden Job.

Das peruanisch-japanische Restaurant „Causa“ (siehe Bild) ist wohl unser absoluter Favourit. Ob ein kreatives Ceviche, Sushi oder natürlich eine Causa: Alles einfach top! Und der Pisco Sour ist auch auf den Punkt.

Food at the Causa, Medellin

Pisco Sour Causa Medellin

Gute Frühstücks-Restaurants sind rar in Medellin. Jedoch haben wir im „Hija Mia“ wunderbaren Cappuccino, eine Granola-Bowl und ein gut geladenenes Schokoladen-Croissant bekommen.

„La Pampa“ ist ein Argentinisches Restaurant mit dem Schwerpunkt auf Fleisch (wie sollte es auch anders sein?!). Wir hatten die Ribs und waren hin und weg! Sehr freundliche und professionelle Bedienung gibt es obendrauf.

Nochmal ein Peruaner. Das „Rokoto“ hat ein tolles Ambiente, denn man sitzt auf einer dezent beleuchteten Terrasse. Wir können die fischigen Spezialitäten sehr empfehlen.

Wer Lust auf Pasta hat, sollte ins „Romero“ kommen. Ausserdem findet man viel Quinoa und gesunde Gerichte auf ihrer Speisekarte.

Lust auf eine richtig gute Pizza? Dann bist Du im „Cafe Zorba“ genau richtig! Gegessen wird im Garten hinter dem Haus und es gibt sensationelle vegetarische Pizza! Ausserdem: Sustainable & NO plastic ist hier das Credo! LIKE!

Auf den Spuren Escobars

Wir machen eine Tagestour, um mehr über Medellins „berauschende“ Vergangenheit zu erfahren. Ausserdem beinhaltet die Tour ein Besuch am Stausee von Guatapé. (Die Tour heisst „Escobar and the rock“. An der Stelle empfehlen wir sich beide Sachen anzuschauen, aber weniger den gleichnamigen Tourenanbieter. Es ist unprofessionell und der Guide hat sehr wenig Wissen.)

Am Morgen fahren wir mit einem Minibus 2 Stunden aus Medellin heraus, um uns das zweitgrösste Anwesen von Pablo Escobar anzuschauen. Heute liegt es in Ruinen, da es acht Monate vor Escobars Tod, 1993, von dem verfeindeten Cali Kartell zerbombt wurde. Das Anwesen, „La Manuela“ genannt, verfügte über einen Pool, Seesicht, einen exotischen Garten – Escobar importierte die teursten Gewächse aus aller Welt, Tennisplätze, ein Fussballfeld / Helikoper Landeplatz, einen Fuhrpark, ein Anlegesteg für ein Wasserflugzeug und allen Luxus, den man sich vorstellen konnte. Ausserdem waren manche Wände doppelt gemauert. In ihnen versteckten sich Haufen an Bargeld und Drogen. Das war Escobars Leben.

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Zu Escobar Zeiten war das ganze Land in Drogengeschäfte in der einen oder anderen Form verwickelt. Über sämtliche Kanäle fanden die Drogen ihren weg in den Export. Zwar erlaubte Escobar wohlwissend nicht, dass seine Angestellten oder gar seine Familie die Drogen konsumierte, aber andererseits verharmloste man auch deren verheerende Wirkung. Somit stand Escobar eher als Nationalheld da und wäre sogar fast zum Präsidenten gewählt worden! Er verteilte Bargeld einfach wahllos auf der Strasse.

Es ist bis heute unklar, ob er, als die Polizei ihn gestellt hatte, sich selbst erschoss oder – wie die offizielle Version lautet – von einem Polizisten erschossen wurde. Klar ist, dass zwar seitdem vieles in Kolumbien besser geworden ist, jedoch traurigerweise die Drogen bis heute in diesem Land eine grosse Rolle spielen.

Guatapé

Das Städtchen Guatapé ist nicht weit von Medellin entfernt und kann gut in einer Tagestour besichtigt werden. Das historische, bunte Städtchen liegt an einer künstlich angelegten Lagune. Der Besucher kann hier durch die Strassen schlendern, Kaffee trinken, den üblichen Touristen-Knick-Knack kaufen oder eine Bootstour machen. Einen besonders guten Ausblick hat man von dem grossen Felsen, den man zu Fuss über 740 Stufen erklimmen kann.

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Die Innenstadt

Auch die Innenstadt Medellin’s hat einige Attraktionen zu bieten. Ob es die Kathedrale, der Plaza Bolivar, viele Museen oder die Skulpturen des Künstlers Bolero sind… hier wird einem nicht langweilig!

Was einem aus diesem Angebot gefällt kann jeder selbst entscheiden. Jedoch sei gesagt: Hier in diesem Viertel „weht ein anderer Wind“. Es ist tatsächlich der einzige Ort in Kolumbien, an dem wir bedrängt wurden und uns wirklich unsicher gefühlt haben. Wir raten an hier nur am Tag herzukommen, KEINE Wertsachen mitzunehmen und nur in vorbestellte Taxi einzusteigen. Sich einer Gruppe anzuschliessen ist ausserdem sinnvoll und hilft den Besuch hier besser zu geniessen.

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16 Comment

  1. Ich war noch nie in Kolumbien und eigentlich stand das auch gar nicht auf meiner Bucket List … aber das hat sich nach deinem Beitrag geändert. Das sieht ja mehr als interessant aus!

    Danke für die interessanten Einblicke!
    Liebe Grüße
    Verena

  2. Kolumbien habe ich noch nicht als sicheres Reiseland auf dem Schirm. Auf den Spuren von Drogenbossen zu wandeln ist irgendwie spannend und makaber zugleich…

  3. Das sieht so traumhaft schön aus! Tolle Bilder 🙂 Kolumbien steht ja auch ganz weit oben auf unserer Liste…
    liebe Grüße
    Ines

  4. Mega! Kolumbien war nie so auf meiner Bucket Liste aber Medellin ist schon richtig cool. Das sind so Ziele, über die man nicht überall stolpert 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

  5. 700 Stufen? Da bin ich ja mit Muskelkater ans Bett gefesselt den nächsten Tag!! 😀 Würde ich mir wohl besser für den letzten Tag aufheben müssen… 😉 Aber es scheint sich zu lohnen… 🙂 Danke für die Lanze, die du hier für Kolumbien brichst. Dass Drogen hier Exportware Nummer Eins sind, ist leider auch der schlechten Wirtschaft geschuldet. Gerade die Bauern können sich mit Kokaanbau einen besseren Lebensunterhalt sichern, als etwa mit Kaffee. Und die Kartelle sind auch in der post-escobar’schen Ärs mächtig. Wenn man in deren Fängen erstmal drin ist, ist es wohl schwer, da wieder raus zukommen. Und sie nutzen die Armut der Bauern schamlos aus. 🙁

  6. Ein schöner Bericht! Der Lust macht macht Kolumbien und Medellin kennen zu lernen. Mal sehen wann es uns al dort hin verschlägt.

    Lg aus Norwegen
    Ina

  7. Kolumbien hatte ich bisher iwie nicht so richtig auf dem Schirm, aber der Bericht macht doch Lust darauf sich mal nöher damit zu beschäftigen. Die alten Ruinen von Escobars zweitgrösstem Anwesen schauen filmreif aus, sowas finde ich fototechnisch betrachtet immer total interessant. Danke für den tollen Artikel.

    Kleiner Hinweis: Ziemlich am Anfang haben sich zwei Schreibfehler eingeschlichen … ‚zweitgrösste Satdt Kolumiens‘

  8. nici says: Antworten

    Das sieht ja wirklich gemütlich aus.
    Von Medellin habe ich noch nie was gelesen, bzw. gehört gehabt. Aber sieht schon interessant aus. Obs jedoch ein Reiseziel für uns wäre ist Fraglich. Mein Mann ist da etwas eigen ^^.

    Alles liebe

  9. Marion says: Antworten

    Kolumbien ist auch noch ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Landkarte. Danke für die Anregung. LG Marion

  10. Oh in Medellín und Guatape war ich auch schon! Vor allem Guatape war einen meiner Kolumbien Highlights!
    Wunderschön dort!!

    Liebe Grüße,
    Michaela

  11. Liebe Jennifer,
    ein sehr interessanter Bericht. Ich muss schon sagen, eine Tour, auf den Spuren Escobars hört sich sehr spannend an. Bisher war Kolumbien gar nicht so auf meiner Liste, ich denke, das sollte ich ändern.
    Liebe Grüße, Selda.

  12. Sehr interessanter Artikel – danke! Kolumbien hatte ich bisher überhaupt nicht auf meinem Radar – scheint aber definitiv eine Reise wert zu sein!

  13. Hallo Jenny,

    ich find die Tour „Auf den Spuren von Ecobar“ sehr interessant und würde mir die Ruine auch sehr gerne angucken. Ich habe schon jede Menge Docus gesehen und finde den Menschen trotz alledem was er gemacht hat sehr interessant.

    Coole Sache 🙂

    Liebe Grüße

    Saskia

  14. Ich wollte schon immer mal nach Medellin. Und jetzt nach eurem Bericht nur wegen dem Essen. Lecker!

  15. Leider musste ich Medellin während meiner Kolumbien Reise streichen, aber das hole ich auf jeden Fall nochmal nach. Auch wenn mich die Touristenmassen ebenso eher stören würden, sind Guatapé und die Drogenhistorie einen Besuch wert. Schöne Aufnahmen habt ihr übrigens mitgebracht, gerade die verlassene zerstörte Escobar Villa mit den zwei Palmen im Vordergrund gefällt mir besonders gut.

    Liebe Grüße
    Nicole vom Reiseblog PASSENGER X

  16. Schon erstaunlich, dass man heute in Medellin Touren auf den Spuren der Drogenbosse anbietet. Ich bin mir nicht sicher, ob uns Medellin gefallen würde.

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