Auf in’s nächste Abenteuer – Vorbereitung unseres Segeltörns


Jeder baucht ab und zu mal eine Pause. Da unsere letzte längere Auszeit schon ein wenig her ist, starten wir diesen Sommer in ein besonders grosses Abenteuer: Vier Wochen Segeln in Griechenland auf einer eigens gecharterten Yacht in der Rolle des Skipper-Paares! Doch das alles ist auch mit viel Planung und Vorbereitung verbunden. Was alles dazu gehört wenn man eine Yacht chartert, erzählen wir Euch in diesem Artikel…. Vorbereitung Segeltörn

Wie kommen wir überhaupt zum Segeln?

Seit einem grandiosen Segel-/Tauchtörn in’s äussere Great Barrier Reef vor vielen Jahren bin ich vom Segeln angetan und immer wieder haben wir versucht, kleine Segeltörns im Urlaub mitzumachen. Dann, 2012 auf einer Sunset-Cruise vor  Santorini, fiel die Entscheidung, selber segeln zu lernen. Also habe ich die letzten Jahre damit verbracht, zuerst den Binnenschein und dann den Hochseeschein zu absolvieren. Mehr Informationen zur Segelausbildung erhältst Du in diesem Artikel.

Wie findet man die richtige Yacht?

Viele Faktoren spielen beim Finden der richtigen Yacht eine Rolle:
– Art des Schiffs: Katamaran oder Segelboot?
– Grösse des Schiffes / Anzahl der Kabinen und Kojen (Betten)
– Anzahl der Nasszellen
– Alter des Schiffes Vorbereitung Segeltörn
– Ausstattung (Komfort und Technik)
– und natürlich wie immer: der Preis.

Katamaran oder Segelboot?

Auf welchem Boots-Typ fühlt man sich am wohlsten? Es gibt nach meiner bisherigen Erfahrung mehrere Segler-Typen:
1. Die Komfort-Liebhaber: Diese Gruppe findet man auf dem Katamaran: Platz ohne Ende, riesiges Cockpit, keine Neigung (Krängung) des Boots bei Wind, zwei Motoren für alle Fälle, anlegen direkt am Strand, da das Boot weniger Tiefgang hat.
2. Die Hardcore-Segler: Sie bevorzugen das „klassische Segelboot (=Monohull)“: Kleiner Platz, nur das Nötigste dabei, Überleben aus der Dose für Wochen und duschen, nur wenn man muss. Immer auf der Suche nach dem besten Wind (manchmal ohne Rücksicht auf die Mägen der Mitsegler).
3. Die Bastler und Nostalgiker: Ständig am schrauben, reparieren und pflegen ihres Klassikers oder  öfters im Trockendock als auf dem Meer.

Welcher Typ will ich sein? Typ 4: Klassischer Segler mit Hang zum Komfort, d.h. Monohull mit guter Kombüse, ohne Stress zum Meilensammeln und doch will man die Winde ausnutzen, wenn sie einem wohlwollend sind.

Interboot

 

Trotzdem: In Gebieten mit viel Wind und Wellen oder vielen Riffen ist ein Katamaran trotzdem die bessere Wahl, wie z.B. im Südpazifik oder auf den Seychellen (ihr merkt worauf das hinausläuft, Freunde!?), da sich der Skipper bei weniger Tiefgang des Bootes weniger Sorgen um die Wassertiefe machen muss. Ausserdem liegt ein Katamaran ruhiger im Wasser: Für Mitsegler, denen Seekrankheit zu schaffen macht, ist das (vor allem Nachts) wesentlich angenehmer.

Im Mittelmeer jedoch spielt meist nur der Komfort bzw. die Platzverhältnisse an Bord, sowie die Ausstattung eine Rolle.

Grösse des Schiffes

Je grösser ein Segelboot ist, desto schwieriger ist es, in den engen Häfen im Mittelmeer zu manövrieren.  Das ist ganz ähnlich wie mit dem grossen SUV und der kleinen Parklücke.

Doch wie viel Platz braucht man eigentlich? Diese Frage ist natürlich sehr individuell. Segelt man zu zweit wird man mit einem 30-Fuss-Boot (ca. 10,5 Meter) wohl auskommen, wenn man nicht grad den Atlantik überqueren will. Das ist quasi eine kleine „1-Zimmer-Wohnung“: Eine Bugkabine und Stauraum oder evtl. eine Gäste-Kabine im Heck.

Wir wollen aber 4 Freunden und Mitseglern komfortabel Platz bieten und benötigen daher mindestens 3 Kabinen und 2 WC/Bäder. Als Vorbereitung auf den Törn besuchten wir einige Boots-Messen – die „Interboot“ in Friedrichshafen und die „BOOT“ in Düsseldorf – um uns das Ganze mal live anzuschauen.

Und genau da war es: UNSER BOOT! Zwar gibt es Hersteller wie Sand am Meer, aber genau dieses Eine hatte es uns angetan: Die Benetau Oceanis 41.1! Unser wahr gewordener Segler-Traum!

Was macht sie so besonders? Nebst einer luxuriösen Badeplattform ist sie ausserordentlich aufgeräumt (meine Frau sagt: „keine doofen herumfliegenden Seile überall“), ist hell und modern eingerichtet und verfügt über grosszügige Kojen mit en-Suite Badezimmern. Aber auch für den Skipper ist einiges dabei: Wie auch bei modernen Autos hat sich die Manövrierfähigkeit moderner Schiffe verbessert. Für die Segler unter Euch: Doppelruder, Bugstrahler, zentraler Plotter und Motorensteuerung an Backbord -Mein noch frisches Segler-Herz schlägt höher! Vorbereitung Segeltörn

Oceanis 41.1

Doch wir werden schnell aus unseren kühnen Träumen gerissen: Uns wird klar, dass ein 2016er Schiff  deutlich über unserem Budget liegt… Doch wir gehen auf’s Ganze und fragen ein paar Vercharterer in Griechenland an und geben UNSER Wunsch-Budget durch. Und siehe da: Wer sich früh um ein Boot kümmert bekommt gute Angebote.  Doch noch wichtiger als der Preis ist das Vertrauen in den Vercharterer – immerhin soll im Sommer auch wirklich das Boot dastehen, welches man gechartert (und vorausbezahlt hat). Nach einigen Emails und Gesprächen haben wir uns für Kostas von Sail in Greek Waters entschieden, da er uns mit seinem schnellen Service und seinen guten Referenzen sofort überzeugt hat. Am nächsten Tag hatten wir den Charter-Vertrag in unserem Email-Fach – so kommen wir für 4 Wochen zu unserem ‚Traumschiff‘ – einer 2016er Beneteau Oceanis 41,1 mit dem Namen ‚Fearless D‘.

Welches Segelrevier?

Wind & Wetterverhältnisse sind das Essentielle beim Segeln. Deshalb sollte der Skipper sich sicher sein, dass die seglerischen Fähigkeiten zu den Ansprüchen des Segelreviers passen.

Europa bietet viele Möglichkeiten dazu. Besonders beliebte Segelgebiete sind Kroatien, Sardinien, die Balearen, die Kanaren und Griechenland. Von früheren Reisen kennen wir Griechenland sehr gut. Wir denken sofort an glasklares Wasser, tolles Essen in urchigen Tavernen, freundliche Leute, Ouzo und Meeresfrüchte… Dort wollen wir auch segeln gehen!

Je nachdem, wo genau man segelt, findet man wenig Wind, moderate Winde oder sogar Starkwind! Das Ionische Meer (Erklärung meiner Frau: Das ist um Zakynthos – da wo der Film „Mama Mia“ gedreht wurde) ist DIE Segeldestination für Schwachwind schlechthin. Doch ab Mitte Juli werden wöchentlich Tausende (!!) von Charterbooten in die ionischen Gewässer entlassen. Da noch einen Ankerplatz in einer Bucht zu finden wird schwer.
In den Kykladen (um Mykonos und Santorini herum) herrscht der „Meltemi“, ein gemeiner Nordwest-Sturm, der Juli und August die Seglermägen umkehrt und einem den Spass verdirbt.

SailingTripoGreeceExNach einigen Gesprächen mit griechischen Skippern auf den Messen ist für uns klar: Der Saronische Golf soll es sein! Er ist von Athen aus bequem erreichbar und statt touristen-überströmten Tavernen findet man hier auch im Sommer noch das echte Griechenland. Natürlich werden wir unsere Route dem Wetter und den Winden anpassen- aber unser grundsätzliches Ziel steht fest. Der Saronische Golf!

Auf geht’s in die Detailplanung!

Wieviele Meilen machen wir pro Tag?

Wann essen wir an Bord, wann essen wir in Restaurants?
Wo finden wir die besten Badebuchten und Ankerplätze?

Natürlich überlassen wir vieles den Vorlieben der Crew, trotzdem muss der Skipper mit einem Vorschlag um die Ecke kommen. Darum geht es nun um das Erstellen des Detail-Plans. Hier hilft uns die Navionics-App auf dem iPad und der sehr ausführliche Hafenguide von Per Hotvedt.

Freut Euch auf noch mehr seglerische Einblicke, bis hin zu einer detaillierten Packliste, in Teil 2 (soon to come). Vorbereitung Segeltörn

Segelplanung

 

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28 Comment

  1. […] entstand die Idee zu diesem Buch in der Vorbereitungszeit für unseren ersten grossen Segeltörn, welchen wir im Juli antreten […]

  2. Na dann gehöre ich wohl zu den absoluten „Komfort-Liebhabern“ 🙂

    Mein Freund und ich hatten wunderschöne Tage in San Blas auf einem Katamaran verbracht! Es war eine tolle Erfahrung und wir werden definitiv nochmal so eine Tour starten. Aber erstmal sollte noch ein bisschen „Seefest“ werden…

    Ich finde das toll, dass ihr so mutig seid und freue mich mehr von eureren zukünftigen Erfahrungen zu lesen.

    Liebe Grüße

    Saskia

    http://madlovelyworld.com

    1. Jenny says: Antworten

      Hallo Saskia

      Danke für Deinen Kommentar. Meist gewöhnt man sich nach 1-2 Tagen an das Geschaukel und auch wenn einem anfänglich etwas übel sein kann, vergeht das bei den Meisten – so unsere Erfahrung! Also nur zu: Auf ins nächste Segel-Abenteuer!

      Lieber Gruss

  3. Unsere Freunde fragen uns JEDES Jahr, ob wir mitkommen. Aber ich habe da echt Respekt (wenn nicht gar Angst) davor. Werde mal euren Trip verfolgen!
    Liebe Grüße
    Anna von BUREAUStyle

    1. Jenny says: Antworten

      Hallo Anna

      Vielleicht solltet Ihr das wirklich mal machen! Das ist eine tolle Erfahrung und gar nicht so zum Fürchten 😉

      Lieber Gruss!

  4. Danke für die vielen Info´s. Ich möchte auch Mal einen Segeltrip machen, vielleicht 2018. Ich wünsche Euch ganz viel Erfolg bei der Planung und haltet mich auf dem Laufenden was den Trip selbst betrifft. Viele Grüße, Chris

    1. Jenny says: Antworten

      Hallo Chris

      Danke für Deinen Kommentar! Als Griechenland-Fan ist sicher einiges für Dich dabei, wenn wir dann im Sommer von unserem Törn berichten. Wenn Du Fragen hast: Gib uns Bescheid!

      Lieber Gruss

      Jenny

  5. Ein tolles Abenteuer, das ihr da plant, ich bin schon sehr gespannt wie es am Ende wird! Auf dem Wasser ist es einfach herrlich und dazu noch in so einer wunderbaren Gegend, das kann ja nur prima werden! Wie macht ihr das denn eigentlich mit der Verpflegung an Bord? Wird vorher einmal groß gemeinsam eingekauft, gibt es mehrere Einkaufsstopps unterwegs oder wird sogar etwas angeliefert, das ihr bereits aus der Ferne bestellen könnt?

    1. Jenny says: Antworten

      Hallo Anja!

      Danke für Deinen Kommentar! Ich schreibe bezüglich der Verpflegung an Bord gerade mein zweites Kochbuch! Beim Kochen auf See muss einiges beachtet werden: Nicht immer hat man Supermärkte zur Verfügung, man möchte nicht immer alle Einkäufe im Beiboot ans Segelboot transportieren und so kauft man in der „Heim Marina“ einmal im grossen Supermarkt ein. Wie Du sicher bestätigen kannst, wird man sich oft schon zu zweit nicht einig, was man alles für ein Wochenende braucht: Deshalb mein neues Kochbuch. Da hat man Rezepte, Einkaufslisten und weiss in welcher Reihenfolge man die Lebensmittel verbrauchen sollte. Ich werde hier auf der Seite Bescheid sagen, wann’s fertig ist und wo man es bekommen kann!

      Lieber Gruss

      Jenny

  6. Ein sehr informtaiver Artikel. Er macht Laune auf das Segeln. Danke Dir.

    Liebe Grüße,

    Tobias 🙂

    1. Jenny says: Antworten

      Danke für Deinen lieben Kommentar, lieber Tobias!
      Wie schön hat Dir der Artikel gefallen!

  7. Oh, wie schön! Ich hab sofort Fernweh bekommen … so schöne Fotos und Segeln (ich segle selbst – allerdings noch nie am Meer) ist einfach traumhaft. Man kommt einfach sofort „hinunter“ und kann die Seele baumeln lassen. Diese Ruhe und die Natur rund herum ist einfach wunderschön <3 … ach ich hoffe ich habe auch bald Zeit für einen Segeltörn!
    Ich bin schon gespannt auf all die Fotos von eurem Abenteuer!
    Liebe Grüße und schönen Abend!
    Verena

    1. Hallo Avanganza! Danke für Deinen Kommentar! Dann weisst Du das Segeln ja zu schätzen! Eine so tolle Art zu reisen! Und? Hast Du Lust den Hochseeschein einmal zu machen? Welches ist Dein „Heim-See“? Lieber Gruss!

  8. Ich träume schon lange von einem Segeltrip und bin schon ganz gespannt, wie es bei euch weiter geht. Ich bin gerade erst auf eurem Blog gelandet, das erste Mal und schon nach 5 Minuten habe ich extremstes Fernweh! Einfach toll was ihr zwei da macht und was für einen tollen Blog ihr da betreibt. Ich komm auf jeden Fall bald wieder vorbei um zu sehen und zu lesen, wie eure Segeltour weiter geht! Schiff Ahoi meine Kameraden – eure Iris <3

    1. Hallo Iris! Das freut uns sehr, dass Dir der Artikel gefallen hat und danken Dir für Deinen Kommentar! Segeln ist super-genial – da solltest Du dran bleiben! Liebe Grüsse!

  9. wow das hört sich aufregend an -wir wollen heuer auch einen segelschein machen – wer weiß vielleicht plane ich ja schön nächstes jahr so einen trip 🙂
    echt toll das du alles so detailliert beschrieben hast 🙂
    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

    1. Hi Katy!
      Danke für die Blumen. 🙂
      Cool – zwei Plätze hätten wir noch frei im Juli wenn Ihr Meilen und Erfahrung sammeln wollt. Oder sonst sind wir ja evtl. auch nächstes Jahr wieder unterwegs auf dem Boot.

      LG
      Reto

  10. Ein sehr schöner Beitrag. Man bekommt sofort Lust aufs Segeln. Leider kann ich nicht segeln und meine Kinder sind glaube ich noch zu klein für soetwas aber die Zeit wird auch kommen. Ich bin gespannt auf Teil 2. Viele Grüße von Alex http://margreblue.de/

  11. Ein wirklich interessanter Beitrag und in deine Bilder kann man sich richtig verlieben. 😍 Ich weiß nicht… Irgendwie traue ich mich trotzdem nicht zu segeln oder eine Wassersport zu betreiben. :/ Mir ist als Kind ein traumatisches Erlebnis passiert, dass ich mir dachte, ich würde sterben!! 😱 Vielleicht werde ich nie wieder Wassersport machen.. 😂

    1. Hallo Menna! Das tönt aber traumatisch. Das tut uns sehr Leid! Aber für jeden gibt es die richtige Reise. Wer weiss, ob Du irgendwann segelst, aber unser Planet hat so viel Schönes. Egal, wo die persönlichen Vorlieben liegen! Lieber Gruss

  12. Letzten Sommer hatte ich auch das Glück, auf einer kleinen Yacht zu segeln. Ist wirklich ein sehr angenehmes Unternehmen!

  13. Hi
    Sehr spannender Beitrag. Ich war als Kind oft auf dem Segelschiff am Bodensee (bin praktisch darauf aufgewachsen) und finde es immer spannend von Menschen zu lesen die so viele Kilometer mit dem Boot zurück legen.
    Alles Gute
    Michelle

    1. Hey ihr zwei! Danke für Euren Kommentar. Ja so Meilentörns sind immer spannend und man lernt viel über sich selber.

      Aber hey, Euer Projekt tönt ja auch sehr spannend. Werden Eure Weltreise gerne verfolgen. Falls Ihr Zeit habt, meldet Euch doch zum Blogger-Treffen im Juni an bei der Sylvia: mail (at) sylviaontour.ch

      LG Reto

  14. Sehr interessanter Beitrag. Ich habe noch nie gesegelt, ich glaube das ist nichts für mich. 🙂

    Lg Jasmin

    1. Hallo Jasmin!

      Ist definitiv nicht für jedermann/frau, das stimmt. Zum Glück sonst wäre es noch voller auf den Meeren. 🙂 Aber einmal ausprobieren für 1-2 Stunden, wenn man das nächste Mal am Meer ist, schadet bestimmt nicht.

      LG
      Reto

  15. Mustafa says: Antworten

    Ein sehr informativer Beitrag. Leider war ich bisher noch nie segeln. Aber ich weiß ja jetzt woher ich die Infos herkriege 🙂

    1. Hallo Mustafa,

      Danke für Deinen Kommentar. Wir versuchen noch mehr Segel-Content auf unseren Blog zu tun, spätestens wenn wir dann unterwegs sind.

      LG
      Reto

  16. Also sollte ich mal dazu kommen selbst segeln zu lernen, dann wähle ich nachher sicher mal ein Katamaran da fühl ich mich immer am wohlsten! Ein sehr informativer und hilfreicher Beitrag der einem einige Entscheidungen erheblich erleichtern kann!

    Viele Grüße
    Denise von
    http://www.lovefashionandlife.at

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