Chaotisch-exotisches Sri Lanka

Rundreise

Gerade habe ich den schlimmsten Flug meines Lebens hinter mir. Drei Stunden Rodeo, mindestens 100 Gewitterwolken und mehrere fast-Panikattaken müssen wir über uns auf dem Weg von Zürich nach Dubai ergehen lassen. Doch wir freuen uns auf unsere 2.5 Wochen Abenteuer in Sri Lanka. Was man nicht alles auf sich nimmt…

Endlich in Colombo angekommen, checken wir in ein kleines, einfaches, aber herziges Hotel ein. Sri Lankas Hauptstadt hat sich wirklich toll entwickelt. Man findet viele herzige Cafés und stylische Restaurants. Wir geniessen den City-Vibe und tauchen in hier mit bunten Märkten, alten Tempel und historischen Bauten in Sri Lankas Exotik ein.
Mit dem Zug fahren wir als nächstes nach Bentota. Da wir keinen Sitzplatz reserviert haben, müssen wir 1.5 Stunden stehen. Aber so sitzen wir im Gang vor der offenen Tür und lassen die Landschaft an uns vorbeiziehen. Auch reden wir mit ein paar Einheimischen und die Zeit vergeht wie im Flug…

Erster Stop: Bentota

Im Moment ist hier „Schoulder Season“. Das Meer ist leider echt aufgewühlt und man kann nicht baden. So fühlen wir uns wie die einzigsten Touristen im ganzen Dorf. Auch die Besitzer unserer Pension sind nicht mehr vor Ort und so machen wir erste Bekanntschaft mit der chaotischen Seite Sri Lankas: Jeder versucht die letzten Touristen der Saison noch ein wenig (oder etwas mehr) über den Tisch zu ziehen und nix läuft mehr…
Wir halten uns deshalb an zwei Dinge, auf die hier (fast) immer Verlass ist: an den Pool und die grosse Seafood-Platte am Abend…

Weiter nach Unawatuna & Galle

Nun versuchen wir den Transfer per Auto. Für eine Strecke von 60km brauchen wir mit privatem Fahrer gute 1.5 Stunden. Die ganze Insel hat eine einspurige Strasse. Da sich ALLE Verkehrsteilnehmer diesen Platz teilen müssen, wird ständig überholt, gehupt und gedrängelt. So sitzen wir schweissnass vor Angst auf der Rückbank und beten, dass wir bitte nicht als Geisterfahrer in einen von diesen riesigen Bussen knallen. Millimeterarbeit.
Unawatuna ist ein cooler Beach-Hangout mit vielen Restaurants und dem nötigen Bob-Marley-Flow. Schade nur, dass gute 50% geschlossen war und die Strände  nicht gepflegt werden… Nicht zu vergessen die gleichmässig verteilten Baustellen direkt am Strand… Schade.
Wieder haben wir ein herziges Hotel. Wenn schon nicht so viel los ist, wollen wir eine Ayurveda-Massage geniessen. Der Hotel-„Arzt“ ist auch so ein Spezialfall. Auch er versucht uns über den Tisch zu ziehen und sein Geld am Hotel vorbei zu schmuggeln…
Wir besuchen von hier aus auch das Galle Fort. Ein Ausflug, der sich wirklich lohnt, zwar ist vom eigentlichen Fort nicht mehr viel zu erkennen, aber wir bummeln durch die Strassen, Essen fein und herzige Lädeli hat’s auch!

Yala Nationalpark

Ein privater Chauffeur verspricht, uns in 2.5 Stunden zum Yala Nationalpark zu bringen. Es dauert aber 4. Wir bezahlen ihm den mit seiner Agentur vereinbarten Preis… Wie wir später erfahren, ist das Geld ist dort aber nie angekommen.
Wir bekommen einen guten Deal für ein Hotel der „Cinnamon“-Gruppe. Das sind 4-5 Stern Hotels mit Orientalsichem Ambiente. Wir verlieben uns sofort: ein Pool, der den Park überblickt, eine Rooftop-Bar mit 360Grad-Aussicht auf Sonnenuntergang und Park,  super Restaurant und tolle Bungalows „in the wild“. Dass macht grad die anstrengende Fahrt wieder wet und wir geniessen alle Annehmlichkeiten des schönen Hotels.
Am nächsten Morgen brechen wir um 4:30 Uhr zu unserer Safari auf. Mit offenen Jeep sind kleine Touristengruppen im Park unterwegs. Wir gehen auf die „Leoparden-Safari“… Glauben aber nicht wirklich dran…
Wir fallen fast von unserem Sitz, als wir tatsächlich zwei wunderschöne Exemplare beobachten können! Ausserdem sehen wir die Yala-Big-5: Leopard, Wasserbüffel, Elefant, Bär und eine seltene Storchenart. Voller Erfolg! Und so unglaublich schön!!! Leider herrscht jedoch viel zu oft grosses Gedränge vor den Tieren und die Autos fahren sehr nah heran. Zum Thema „Eco-Tourism“ müssen die hier noch einiges lernen.

Arugam Bay

Wir glauben der Meinung der Reiseführer und steuern Arugam Bay für einige Tage Beach an. Am ganzen Strand säumen sich Guesthouses und Restaurants. Die Qualität ist sehr unterschiedlich und man muss für sicher selber herausfinden, wo es einem am Besten passt.
Wie in diesem Kulturkreis üblich muss man als Frau damit rechnen, dass herumlungernde Männergruppen von einem Bikini-Fotos und -Videos am Strand machen. Mit einem T-Shirt wird man jedoch schnell ein eher uninteressantes Fotoobjekt.
Arugam ist ebenfalls ein bekannter Surf-Spot. Doch leider sind alle vier Tage, die wir hier verbringen, Surf-untauglich. Ein Highlight ist sicher die jeden Samstag stattfindende Beach-Party im Mango’s. Man trifft Leute aus aller Welt und kann feiern bis in die frühen Morgenstunden! Sobald jedoch die Locals (auch hier nur Männer!) dann betrunken sind, sollte man – unserer Meinung nach – die Party besser beenden und als Frau besonders vorsichtig sein. Leider wird man dann nur noch angebaggert.
Wir würden Arugam nicht weiterempfehlen. Zum einen war die Bay sehr dreckig und der Vibe ist auch nicht das, das man sich von einem Surf-Hangout verspricht. Man sieht nur Männer überall, man kommt nicht mit EINER Frau oder Familie in Kontakt. Dies liegt sicher auch an der Religion, aber ein bisschen mehr Ausgewogenheit würde dem Örtchen sicher nicht schaden.

Ella

…der erste speditive Taxi-Transfer! Geht doch!
Wir kommen im herzigen Dörfli Ella an. Hier hat es alles, was das Backpackerherz höher schlagen lässt: freundliche Locals, gut geführte Guesthouses, chillige Cafes, viel Natur und gute Angebote für Unternehmungen. Wir machen – das ist ja fast klar – bei einer Cooking Class mit. In einem Wohnhaus ein Stück weg von der Hauptstrasse werden wir von Amit empfangen. Er macht die Lehre als Koch und verdient sich mit Cooking Classes für Touristen in Mamas Küche ein Taschengeld.
Er macht das seht gut und wir haben viel Spass. Ein besonderen Highlight ist das das „Knoblauch-Curry“, für das wir 40 (!!!) Knoblauchzehen schälen müssen. Wohlbemerkt für zwei Personen. Doch es ist ein Festmahl zum Schluss!
Auf die Frage, ob er denn anschliessend noch für seine Familie das Abendessen kocht, meint er: „Nein. Ausser mit Touristen lässt mich meine Mutter nicht in die Küche.“ Am Ende des Tages ist man auch hier noch ganz traditionell.
(Einige Rezepte findet Ihr unter „Kulinarisches“)
Nun ist noch ein wenig Kultur dran. Wir haben uns Zugtickets für Sri Lankas schönste Zugstrecke besorgt Die zweite Klasse ist unserer Meinung nach die Beste, weil man die Fenster öffnen kann und so die Natur rundherum in vollen Zügen geniessen kann. Ausserdem fahren in dieser Klasse nicht nur Touristen, sodass man auch mit den Locals ins Gespräch kommt. Diese sechs Stunden bis Kandy waren es definitiv wert!
Ein wichtiger kulinarischer Tipp ist, unbedingt Essen von den Händlern zu kaufen, die in regelmässigen Abständen durch den Zug kommen. Die besten Samosas meines Lebens!!! Yummy!

Kandy

Ein Dreckloch. Ehrlich. Unser Tipp: Ein Nachmittag reicht vollkommen, wenn man den dreckigen Tümpel, um den die Stadt gebaut ist, wirklich sehen will.

Sigiriya, Anuradhapura & Dambulla

Die Stadt Kandy ist ein guter Ausgangspunkt für einen Trip in das „kulturelle Dreieck“ mit Sigiriya, Anuradhapura und Dambulla. Wir entscheiden uns für einen privaten Fahrer (das hat ja zumindest das letzte Mal so schön geklappt!) über ein „Reisebüro“.
Zuerst überwinden wir die grösste Distanz und fahren nach Anuradhapura, der „ersten Hauptstadt“ Siri Lankas und auch dem religiösen Zentrum. Hier findet man riesige und weitläufige Tempelanlagen und grosse Mengen Gläubige strömen täglich hierher um anzubeten. Zwei Dinge, die man jedoch wissen muss: Erstens (eher technisch): Man ist in der Pflicht teilweise kilometerlang barfuss zu laufen. Die Tempel sind zum Teil sehr weit voneinander entfernt. Wenn die Sonne von oben mit 38°C auf den Sand (oder Steine) knallt, ist das nichts für feine Samt-Pfötchen 😉
Zweitens: Wer alte Tempel erwartet ist eher Fehl am Platz. Man sieht zwar ab und zu noch alte Gemäuer, aber diese dienen oft als inoffizielle öffentliche WC oder Müllhalden. Die Tempel, wo die Mengen hinpilgern, sind neuere Gebäude.

Dambulla

Wer etwas Altes sehen möchte, besucht am Besten die Höhlen-Tempel in Dambulla! Dieser Ausflug hat uns sehr gefallen und wir können es sehr empfehlen. Teilweise sind die Statuen und Malereien aus dem 1. Jhd.v.Chr.! Sie sind mit Bedacht restauriert und so ist es ein interessanter und lohnender Besuch.
Gleiches gilt für Sigiriya. Es ist ein grosser Monolith (Stein), auf den man über viele Stufen 370 Meter hinaufsteigen kann. Dort befinden sich Ruinen von einer alten Festung, aber hauptsächlich kommt man hierher um die wahnsinnig schöne 360°-Aussicht zu geniessen. Wir erleben hier einen wundervollen Sonnenuntergang, quasi als Abschied aus Sri Lanka, bevor es dann wieder via Colombo nach Hause geht!

Tipps Sri Lanka

Colombo:
Ivy Lane Hotel, 538 Galle Road | Colombo 03, Colombo 00300, Sri Lanka
Diese kleine, saubere, moderne Pension liegt an der lebhaften Galle Road. Es ist zentral gelegen und alles Nötige findet man in der Umgebung.
Restaurant Lagoon im Cinnamon Grand Hotel, 77 Galle Road, Colombo, Sri Lanka
Obwohl nicht ganz günstig, lohnt sich der Besuch in diesem sensationellen Seafood Restaurant.
Sugar Bistro & Wine Bar, Crescat Boulevard, Colombo, Sri Lanka
Ein super-Place für ein leckeres Frühstück.
 
Unawatuna:
Thambapanni Retreat Hotel, Yaddehimulla Road, Unawatuna, Galle 60800, Sri Lanka
Ein wirklich schönes Hotel – aber Achtung vor dem Ayurveda-„Arzt“, Behandlungen empfehlen wir hier nicht!
The Roti Hut, in der Fussgängerzone, Unawatuna
Cooler Reggea-Vibe, feine Rotis, ob salzig oder süss.
Yala Nationalpark:
Cinnamon Wild Hotel, Kirinda, Sri Lanka (ehemals Chaaya Wild Yala)
Ein unglaublich schönes Hotel! Wir würden sofort wieder dorthin wollen: super Essen, super-Service, super Setting: 100 Punkte!
Yala Safaris Private Tours, No – 1068/A,Gamunupura, Tissamaharama, Sri Lanka
Zwar muss man sagen, dass auch dieses Safari-Unternehmen zu nah an die Tiere heranfährt und sich nicht so „eco“ ist, wie es schön wäre… Aber zumindest hat mit diesem Unternehmen alles geklappt, die Fahrzeuge waren intakt bequem und sicher und wir haben wirklich viel gesehen!
 
Ella:
Country Homes, Wellawaya Road, Ella 90090, Sri Lanka
Ein familiär geführtes Hostel mit einmaliger Aussicht! Gute gelegen. Sehr, sehr zu empfehlen.
Cafe Chill, Wellawaya Road | Ella, Ella 90090, Sri Lanka
Der offensichtliche Backpacker-Hangout. Nettes Cafe mit leckeren Gerichten.
 
Sigiriya:
Cinnamon Habrana Lodge, P.O Box 02, Habarana, Sri Lanka
Noch ein sensationelles Hotel von der Cinnamon Group. Ein wunderschönes Hotel mit allen Annehmlichkeiten.

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