Neuseeland – Die unwiderstehliche Anziehungskraft von Mittelerde…

Die Sehnsucht nach Neuseeland ist nun zu gross geworden. Nachdem wir uns in unserem einjährigen Reisejahr in die Kiwis, majestätische Gletscher, neblige Seen, die feinen Weine, das frische Gourmet-Essen und die sagenhafte Natur der neuseeländischen Südinsel verliebt hatten war es fast klar, dass es uns bald dorthin zurückziehen würde.

So finden wir uns nun (wie im November 2011) in Auckland wieder. Tausend Erinnerungen haben wir an das schöne erste Mal und sind gespannt, was wir auf der Nordinseln so alles Spannendes erleben werden.

Wieder haben wir einen kleinen Camperbus. Dieses Mal ist der von der Agentur „Espace“, welche wir uneingeschränkt empfehlen können. Der kompakte kleine Van hat alles was wir brauchen und vor allem eine gute Portion Abenteuer- und Entdeckergeist!

Unser Route führt via Gibson in die Winelands (Napier), dann durch die Mitte an den Vulkanen vorbei, zurück nach Auckland und dann hoch in die Bay of Islands.

Gisbourne (oder „Gizzy“, wies es die Einheimischen nennen) ist nicht besonders schön. Doch es ist ein guter Punkt, um unseren Camper mit allem Notwenigen zu füllen und für unsere 3 Wochen Tour bereit zu machen. Auch der feine Apple Cider ist eingepackt und so geht es los.

Noch mit Jet Lag, um 5 Uhr morgens, beseitigen wir den den Mount Maunganui – 232m, die es so um die Zeit noch in sich haben. Aber es lohnt sich sehr! Die Aussichten über die „Bay of Plenty“ sind fantastisch und wir fühlen so richtig, dass wir nun angekommen und endlich zurück sind!

Erinnerungen weckt auch der Besuch am Strand. Zu unserer absoluten Überraschung steht ein ACAI-Verkäufer mit seinem Van am Strand! Ola Brazil! (Wer mehr wissen will, siehe „Brasilien“ auf unserer Seite). Noch nie ausserhalb Brasiliens haben wir diesen Genuss wiederholen können… Aber das nur am Rande.

Die Winelands

Was für ein Genuss! In Napier finden wir unseren mit Abstand schönsten Camping-Spot. Direkt am Meer, direkt neben der fabelhaften Winery „Elefant Hill“ und dazu noch gratis… Wir parkieren unser Camperli so, dass wir am morgen als erstes auf den Ozean schauen können, die schönsten Sonnenuntergänge passieren direkt vor unserer „Haustür“, die Sterne glitzern am Nachthimmel und die Wette und die Wellen singen uns in den Schlaf. Was will man mehr?

Für alle Weinliebhaber: Unser Favorit ist klar „Elefant Hill“. Weissweine und Rotweine ein Traum. Selbstverständlich darf man sich ein ausgiebiges Durchprobieren aber nicht entgehen lassen… Auch das Restaurant selber ist Top.

Cape Kidnappers

Ein sehr lohnender und cooler Ausflug ist der Trip nach Cape Kidnappers. Das Beachten der Gezeiten ist kein Problem und wir empfehlen jedem den langen Strand entlang zu wandern, bis man ans Cape kommt. Unterwegs sieht man faszinierende Formationen und Färbungen der Klippen und eh man sich versieht kann man den kurzen Aufstieg zu der jeweils im November / Dezember nistenden Gannets-Kolonie machen.

Diese Zugvogel haben hier ihr Sommerlager um die Jungen zur Welt zu bringen. Den Rest des Jahres verbringen sie in Australien. Gannets sind sich ein lebenslang treu und verbringen circa 35 Jahre als „Ehepaar“. Das ist sehr herzig mit anzusehen, wie die Männchen das Material bringen, um das Nest zu bauen und unter hunderten genau gleich aussehenden Vögeln ihre einzige Liebste wiederfinden! Auch liebkosen sich die Paare und ihre tollpatschige Art ist zum Schmunzeln.

Ab durch die Mitte. Die Vulkane.

„Nicht von dieser Welt.“ Das ist was wir beim Besuchen dieser Region so denken. Aus den Wiesen dampft es. Überall riecht es nach Schwefel (also faulen Eiern). Die Flüsse kochen sprudelnd.

Heute hat unser Campingplatz eigene heisse Quellen, in denen man baden kann. Besonders weil das Wetter regnerisch ist, macht uns das besonders Spass. Ausserdem besuchen wir noch einen Vulkan-Park, wo man all das noch besser beobachten kann. Wir sehen Geysire, Mudpools, farbiges Gestein, leuchtstiftfarbene Seen und qualmende Höhlen. Unglaublich interessant! Nur der Gestank nervt auf Dauer etwas…

Leider fallt das Alpin-Crossing wegen garstigem Wetter ins Wasser…

Auf der Suche nach dem Kiwi

Wenn man den Lonely Planet gaaaaaannzz genau liest, findet man bei der Halbinsel „Aroha Island“ den Hinweis, dass es hier nachts Kiwis in freier Wildbahn zu beobachten gibt! Das lassen wir uns nicht entgehen!

Wir erwarten die Massen und einen ausgebuchten Campingplatz. Allerdings scheint vielen Touris diese Information entgangen zu sein. Wir sind fast die Einzigen, die heute Nacht auf die Pirsch gehen wollen. Wir werden von den Besitzern des Campingplatzes mit speziellen Taschenlampen ausgestattet und ab 22Uhr geht  es los. Wir wandern auf den kleinen Wegen durchs Unterholz und Wissen ehrlich gesagt gar nicht so recht was wir suchen müssen.

Zwar haben wir den Kiwi schonmal im Vogelpark gesehen, aber wir wissen weder was für Geräusche der Kiwi macht, noch wie gross der ungefähr sein muss. Wir wandern in Stille über die Halbinsel und vermeiden helles Licht. Mit einem Mal hören wir laute Fussstapfen im Dickicht. Welcher idiotische Tourist stiefelt den da neben den Wegen durch!? Doch wir haben kaum Zeit entsetzt zu sein. Sobaad wir mit dem Licht nach dem Blödmann suchen wollen, rennt ein aufgeregter Kiwi auf uns zu und steht uns noch fast auf die Füsse!

Einige Sekunden können wir dieses unglaubliche Lebewesen noch beobachten und lachen über seine tollpatschige Art. Noch weitere zwei Mal dürfen wir heute Nacht auf einen Kiwi treffen!

New Love: SUP!

Mein grosser Wunsch war es in Neuseeland doch endlich mal Stand Up Paddling auszuprobieren. Und wir können es jedem nur empfehlen! Wir haben eine Einfuhrungsstunde in der Bay genommen und sind durch die Mangroven und an der Küste entlanggecruised! Welch ein cooles Ganzkörperworkout! Machen! UNBEDINGT!!

Caving in Waitomo

Neuseeland ist auch bekannt für seine Adrenalin-Kicks. Ob Bungeejumping, Fallschirmspringen, River Rafting oder ähnliches. Neuseeland hat alles. Wir holen uns unseren kleinen „Kick“ beim „Caving“ in den Waitomo Höhlen.

Mit Neoprenanzügen bekleidet steigen wir in die unterirdischen Höhlen hinunter. Um die tausend Glühwürmchen zu sehen, bleibt das Licht unserer Stirnlampen die meiste Zeit aus. In der Dunkelheit gleitet man in die 10 Grad kalten Flüsse und schwimmt in einem Schwimmring durch die teils weiten und teils engen Kanäle. Doch das Licht bleibt aus. Ich kann mir nur anhand der Nähe der Glühwürmchen vorstellen, wie nah die Decke der Höhle wohl ist und wie wenig Raum über Wasser bleibt… Das kalte Wasser flutet meinen Anzug…

Die Sinne arbeiten auf Hochtouren. Ein Wasserrauschen wird in der Ferne hörbar und wird immer lauter. Ist das ein Wasserfall? Eine Hand zieht mich aus dem Wasser. Der Guide steht vor mir, vor dem Wasserfall. Ich sehe nur schwarz. Jetzt gibt es kein Zurück. Ich springe. Freier Fall ins Nichts… Doch das Kopfkino wird schnell durch einen eisigen Schock unterbrochen. Mein Vordermann (Danke, Tonggoon!) fischt mich aus dem Wasser. „Alles ok?“, fragt er. Sowas von ok!!!

Noch ein paar schwarze Abgründe und Glühwürmchen später wird Tageslicht sichtbar und wir schweben (vor Adrenalin) aus der Höhle. NOCHMAL!!!

Bay of Islands

Uns zieht es zum Abschluss an Auckland vorbei in den Norden. Hier hoffen wir auf ein wenig Segeln, Delfine und Beach Life.

Insgesamt muss man sagen, dass wir unsere Zeit im November in Neuseeland sehr genossen haben. Jedoch hatte es etwas wärmer sein können. Das Baden und das faule „am Strand hängen“ ist in dieser Jahreszeit (Frühling) doch etwas zu kurz gekommen. So folgen wir dem Wetterbericht in den Norden.

Wir steuern Pahia an. Das Dorf ist fest in Backpacker-Hand und das ist auch gut so! Ein besonderes Highlight hier ist der Segeltörn!

Nur wenige Unternehmen haben die Lizenz die Touristen mit Delfinen schwimmen lassen zu dürfen. Wir buchen uns deshalb an Bord der „Cariño“, einem komfortablen Katamaran. Wir freuen uns auf die einmalige Erfahrung mit Delfinen schwimmen zu können! Zu 99% garantiert das Unternehmen die Sichtung von Delfinen. Wir sind also gespannt!

Gerade sind wir 10 Minuten unterwegs. Wir hören die Durchsage der Kapitänin, dass wir heute keine (!) Delfine sehen werden. Für einen Bruchteil einer Sekunde macht sich Enttäuschung breit… Die unglaubliche Begründung: Die Orcas sind in der Bucht!! Das passiert circa 3 bis 4 mal im Jahr für ein bis zwei Tage. Da Delfine von Orcas gefressen werden, suchen die natürlich das Weite!

Und schon kurz drauf sehen wir diese wunderbaren Kreaturen! Sie kommen ganz nah ans Boot und tauchen immer auf und ab. Wir sehen sie spielen und wir sehen sie jagen. Einmal haben sie einen ganzen Hai im Maul! Die Gruppe ist riesig und wir sind absolut beeindruckt und können es nicht fassen, dass wir das beobachten dürfen! Was für ein Erlebnis!

…in Auckland gehen unsere Ferien in Neuseeland zu Ende. Wir geniessen für einen Tag nochmal die Stadt und schwelgen in Erinnerungen an unseren ersten Aufenthalt hier, vor circa 4,5 Jahren auf der Weltreise… Neuseeland hat uns ein weiteres mal begeistert und wir würden jederzeit zurückkommen! Für alle gibt es highlights: für Naturfreunde, für Gourmets, für Tierliebhaber, für Adrenalin-Junkies, für Sportler oder Wanderfreunde… Warum gibt es nicht noch eine Ost- und eine Westinsel?

 

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2 Comment

  1. […] denke ich gern an unsere Wanderungen, z.B. In Neuseeland zurück oder Bike-Touren in Vietnam. Hat Dein Hotel einen Pool? Dann gibt es kaum eine Ausrede, […]

  2. […] gesehen…. Ob uns Hawai’i auch in dieser Hinsicht wohl begeistern kann (lies hier was wir mit Vulkanen in Neuseeland erlebt haben)? […]

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