Letzte Wochen in Buenos Aires

Der Name Buenos Aires weckt grosse Erwartungen in Reisenden, zumindest in uns. Die Klischees reichen von  lebenswertester Stadt Südamerikas (evtl. zusammen mit Rio), bis hin zur Rindfleisch-Welthauptstadt oder Beherberger von dunklen Gassen, wo verführerischer Tango auf der Strasse getanzt und bester Rotwein and den Tischen getrunken wird. All das mit alt-ehrwürdigen Kulisse. Doch was ist dran an diesem Ruf?

Wir besuchen Buenos Aires als letzte Stadt Südamerikas, bevor es zurück in die ‚alte‘ Welt geht. 18 Tage haben wir Zeit, unser Spanisch nochmals aufzupolieren und alle Ecken von BA (so die Kurzform) kennenzulernen. Als Ausgangspunkt mieten wir uns ein Apartment im Zentrum der Stadt – im Stadtteil ‚Recoleta‘.

Bald werden einige Dinge klar: Die Argentinier haben zusammen mit den Chilenen das fürchterlichste Spanisch – es ist schon halb italienisch. Doch nach ein paar Tagen gewöhnen wir uns dran und sprechen nun auch stolz unseren argentinischem Akzent 🙂 .  Zweitens – der Tango ist Vergangenheit und wird als Touristenattraktion und Verdienstmöglichkeit aufrecht erhalten. Ausser bei überteuerten Touristen-Shows mit schlechtem Essen, in Tanzschulen oder auf der Strasse mit Kasse vornedran ist der echte Tango kaum mehr zu finden. Und: Das Rindfleisch in Argentinien ist tatsächlich das Beste der Welt. (Ok – bevor irgendwelche Kenner reklamieren: Noch fehlt uns das Kobe-Beef zum Vergleich, das Black Angus steht jedoch genauso hinten an wie das Emmentaler Bio-Rind von Naturaplan). Einfach unglaublich, und das für ca. 10 Euro pro Kilo Rindsfilet. Ein Traum! Ausserdem schmeckt fast jeder Malbec, den man dazu trinkt.

Alles in allem gefällt uns Buenos Aires.  Ein Besuch der Stadt gehört sicher zu einer Südamerika-Tour dazu. Trotzdem muss man sich damit abfinden, dass leider viele schöne alte Bauten am verfallen sind. Die Strassen sind allesamt ramponiert und die Gehwege durch Haushalts- und Hundeabfall verstopft. Trotzdem schaffen es einzelne Stadtteile, ihren Charme aufrecht zu erhalten, durch Restaurants, Bars und Cafes, Antiquitäten-Shops und Strassenmusiker. Und unser Bedarf an Rindfleisch ist bis auf weiteres auch gedeckt. 🙂

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