Das Pantanal – der wilde Westen Brasilien’s!

Um die Schönheit des weltgrössten Sumpfgebiets, des Pantanals, so richtig bewundern zu können, setzten wir uns drei Tage – mitten im Nirgendwo – auf eine hier typische „Fazenda“ ab…Zuerst fliegen wir von Rio, über Brasilia bis nach „Campo Grande“, der „Hauptstadt“ des Pantanals und Ausgangspunkt für alle Touren und Erkundungen. Von hier nehmen wir den Bus – mal wieder durch die Pampa, teilweise über Buckelpisten – bis nach Miranda… In Miranda wiederum bringt uns das Skelett eines Taxis die restlichen 20km (oder letzte 45 Minuten) so richtig aufs Land. Hier gibt es nichts mehr ausser riesige Rinder- oder Pferdefarmen. „Da haben sich Gehr’s wohl wieder einen eingemurmelt…“, dringt es durch meinen Kopf während das Taxi über diverse Schlaglöcher im roten Sand fliegt. Wir kommen auf der „Fazenda“, also Farm, an… wir werden herzlich auf Portugiesisch begrüsst… kein Problem mehr – mit ein bisschen Spanisch und einer gehörigen Portion Kombinationsfähigkeit (oder „einem im Tee“) geht das gut (hört sich nämlich fast wie russisches Spanisch an… 😉 ).

Irgendwie hatten wir uns das Ganze etwas anders vorgestellt. Wir finden uns mitten im „Wilden Westen“ wieder… von Sumpf ist hier keine Spur. Nicht bedacht haben wir die Jahreszeit. Die Sonne brütet und über Tag geniessen wir um die 33°C… Klar, dass sich jede Pfütze verflüchtigt! Aber wir sind gespannt, was die nächsten Tage so bringen. Wir erkunden die Gegend entweder zu Fuss, zu Pferd oder per Anhänger am Traktor und sehen viel Spannendes. Die blauen Aras haben wir Euch ja in einem früheren Special auf unserem Blog schon gezeigt. Das Pantanal hat mehr Caimane (kleiner Bruder vom Krokodil), als die Schweiz Einwohner – so heisst es. Das wollen wir gern glauben, denn wo wir auch hinschauen – überall liegen an den Ufern der Seen oder Flüssen Dutzende… Ausserdem sehen wir die recht eigentümlichen „Capivahra“ oder zu deutsch „Wasserschweine“. Auch ein Gürteltier rennt durchs Dickicht… Ein besonderes Highlight sind aber die vielen verschiedenen farbenfrohen Vögel;  unsere Favouriten sind die verschiedenen Arten der Tucane, die morgens vor unserem Bungalow in den Papayabäumen sitzen.

Ausserdem gehen wir noch Piranhas fischen. Wir lernen, dass diese sehr speziellen Fischchen eigentlich nur gefährlich sind, wenn sie Blut riechen. Der Besitzer unserer Logde und sein Teenager-Sohn gehen manchmal im gleichen See auch schwimmen… Ah, Gleiches gilt auch für die bis zu 2 Meter grossen Caimane… Ausprobieren wollen wir das jedoch nicht unbedingt. Wir haben unseren Spass am Fischen… und – die im Verhältnis wesentlich erfolgreicheren Piranhas – am blitzschnellen Abknabbern unseres Fleisch-Köders vom Haken… haha. Ein paar Tage verbringen für ausserdem im Dorf „Bonito“ – noch mehr im Züüüg (!!). Hier sagen sich wirklich Fuchs, Igel, Tukan und Gürteltier „Gute Nacht“… Aber wir machen noch bei der Nummer-Eins-Attraktion mit: dem Schnorcheln im „Rio Sucuri“, einem glasklaren Fluss, mit hunderten Fischen und azurblauen Schattierungen.Schade nur, dass genau dann die Wolken uns das Schauspiel vermiesen müssen… Aber egal – wir haben das Panatanal in vollen Zügen genossen und können es wärmstens weiterempfehlen… 🙂

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