Am Spanisch lernen…dadada…welch Freude!

So – nochmals zwei Wochen Spanisch-Unterricht in Buenos Aires, 4 Stunden täglich. Nach einem Monat in Brasilien (und demzufolge Portugisisch-Einfluss) haben wir das Gefühl, alles vergessen zu haben. Also wollen wir unserem Spanisch nochmals so richtig einen Schliff geben.

Wir sind bei Level B1 blau angelangt, d.h. wir haben bereits einen guten Grundstock an Vokablen und vor allem Zeiten in unserem Hirn: Gegenwart, Vergangenheit, Vergangenheit 2, Zukunft formal, Zukunft informal, fortlaufende Gegenwart, fortlaufende Vergangenheit & Möglichkeitsform. Also im Beispiel des Wortes ’sprechen‘ (hablar) wäre das: yo hablo, yo hablé, yo hablaba, yo hablaré, yo voy a hablar, yo estoy hablando, yo estababa hablando und yo hablía. Und das natürlich in 5 Konjugationen, singular und plural.

Also das hier ist keine Beschwerde, Spanisch ist eine geniale Sprache – nur im Moment muss ich grad mal die Regeln der eben erlernten Zeitform lernen – dem Subjuntivo, einer Zeitform, den es im Deutschen und Englischen gar nicht wirklich gibt. Und daran lass ich Euch gerne teilhaben, da ich es eh repetieren muss.

Also. Der Subjantivo wird angewendet, um Möglichkeiten, negative persönliche Vermutungen, Wünsche und Aufforderungen auszudrücken. Die Konjugation entspricht der ersten Person singular (also „ich“-Form), plus entgegengesetzter Endung. Also -AR Verben enden auf -E, -ER und -IR Verben auf -A.

D.h. regelmässige Verben wie folgt:

hablar (sprechen): yo hable, tu hables, el hable, nosotros hablemos, ellos hablen
comer (essen): yo coma, tu comas, el coma, nosotros comamos, ellos coman
vivir (leben): yo viva, tu vivas, el viva, nosotros vivamos, ellos vivan

Natürlich gibt es auch bei dieser Zeitform Ausnahmen, zum Glück nur sechs „richtige“, aber wie immer, sind es sechs sehr wichtige: ser – yo sea (sein), ir – yo vaya (gehen), dar – yo dé (geben),  estar – yo esté (zeitliches sein), saber – yo sepa (wissen), haber – haya (haben).

Desweiteren sind alle Verben, die in der Gegenwart unregelmässig sind, auch im Subjuntivo unregelmässig. Zum Beispiel „decir“ (sagen), wird in der Gegenwart zu „yo digo“, also im Subjuntivo zu „yo diga“. Davon gibt es mehrere Dutzend…. oder wie „conocer“ (kennen): Gegenwart: „yo conozco“, im Subjuntivo „yo conozca“. Auch hier sind unglücklicherweise die wichtigsten Verben betroffen wie sehen, kommen, sagen ect…

Einige Verben, die in  der Gegenwart ein O enthalten, ändern sich in der Konjugation zu UE. z.B. recordar (erinnern), d.h. im Subjuntivo behält sich diese Regel bei, „yo recuerdo“ wird zu „yo recuerde“. Bei der 2. Person plural jedoch bleibt das O (in der Gegenwart sowie im Subjuntivo):  „nos recordamos“ bzw. „nos recordemos“ im Subjuntivo. Endet jedoch ein Verb, dass das O in ein UE ändert, auf -IR, ändert sich auch die 2. Person plural. Also z.b. „dormir“ (schlafen), wird zu „yo duermo“ und „nos dormimos“ in der Gegenwart, im Subjuntivo jedoch wird es zu „yo duerma“ und „nosotros durmamos“.

Die gleiche Regel gilt für Verben, bei denen sich das E in ein IE verwandelt in der Konjugation, z.B. „empenzar“ (beginnen) oder preferir (bevorzugen), auch hier ändert sich aber in der 2. Person plural (nosotros/wir) nur die -AR und -ER Verben, nicht die -IR Verben, also „yo piense“ aber nosotros „pensemos“ im Subjuntivo, jedoch „yo prefiera“ und „nosotros prefiramos“.

Wäre das alles berücksichtigt, bleibt noch das Problem der eigenwilligen Buchstaben (letras caprichas): z.B. wird „g“, gefolgt von a,o und u, als [g] ausgesprochen (z.b. gato – Katze), gefolgt von e und i jedoch als [ch], (z.b. gente – Leute). D.h., sollte sich ein Subjuntivo so verwandeln, dass sich die Aussprache ändert, muss das mit zusätzlichen Buchstaben ausgeglichen werden. Beispiel? „Jugar“ (spielen), konjugiert sich in der Gegenwart zu „yo juego“, also unregelmässig. Im Subjuntivo wäre es also dann „yo juege“. Da sich dieses jedoch als [jueche] aussprechen würde, muss ein zusätzliches „u“ eingefügt werden, also heisst es dann „yo juegue“, damit die richtige Aussprache gewährleistet wird. Dies wieder in den üblichen 5 Konjugationen.

Wenn du bis jetzt gelesen hast, beglückwünsche ich dich. Ich jedenfalls habe die ganze Theorie für morgen repetiert. Jetzt heisst es, die ganzen Ausnahmen auswendig lernen und anwenden, damit das ganze auch fliessend aus Hirn über Sprachzentrum bis Lippen durchdringt. Aber irgendwie macht’s doch Spass!

(Jenny) …also ich hab in der Zeit, wo Du unsere Freunde hier nervig gemacht hast, wenigstens meine Hausaufgaben erledigt und gelernt… hehehe!!

 

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1 Comment

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