Lumix G9: Das Upgrade für Travelblogger

Micro Four/Third ist ein Trend in der Digitalfotografie. Nicht mehr DSLR sondern DSLM. Spiegellos oder mirrorless. Weniger Gewicht, weniger Gepäck, weniger Geschleppe, mehr Flexibilität. Vor allem Travelblogger wechseln reihenweise zu diesen Systemen. Alle grossen Hersteller bieten mittlerweile hervorragende spiegellose Systeme an – die Wahl fällt schon sehr schwer. Vor rund einem Jahr bin ich diesem Trend gefolgt und habe mich von der Nikon D90 getrennt und mir die Panasonic Lumix GX-80 zugelegt. 

Mit der GX-80 hatte ich eine Mini-Cam mit DSLR-Funktionen – warum jetzt also doch wieder ein Body, der ähnlich gross ist wie eine Mittelformat-DSLR? 

Werbung: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit BRACK.CH. Die G9 stand schon lange auf unserer Wunschliste. Wir bedanken uns herzlich bei BRACK, dass wir von ihnen mit dieser tollen Kamera ausgestattet wurden!

Wie es so ist, entwickelt sich unser Blog in mehrere Richtungen- weg vom klassischen Schreiben und Fotos, hin zu VLOGS, Videos und kleinen Kundenaufträgen. Kameraaufnahmen müssen kombiniert werden mit Drohnen-Shots, Ton und Action-/Unterwasser-Videos.

Die Grenzen der Lumix GX-80

Obwohl die GX-80 eine perfekte kleine Fotokamera ist, die ich sicher für das unauffällige und rasche fotografieren in Städten oder am Abend ect behalten werde, stösst sie beim Filmen bald an Ihre Grenzen. Kein Mikrofon-Eingang, limitierte ISO-Grenzen, kein drehbares Display, 4K nur in 30fps und vor allem  – dieser verflixte Autofokus der beim Filmen ständig versagt. Keine Option, wenn man für ein tolles Strandhotel und deren Models Beach-Szenen drehen will. 

So – also hier kommen die 5 grössten Kaufargumente für die G-9, die man so kombiniert bei keiner anderen Kamera findet:

Das Schulterdisplay

Die meisten DSLM-Kameras verzichten aus Platzgründen auf ein Schulterdisplay, also das kleine Display oben an der Kamera, wo ständig sehr nützliche Informationen wie Blende, ISO, Belichtungsmessung, Weissabgleich ect gezeigt wird. Warum das wichtig ist? Obwohl man normalerweise alles in RAW oder RAW&JPG fotografiert kann es passieren, dass man eine ganze Zeit die falsche ISO Einstellung benutzt oder die falsche Belichtungsmessung – das im Nachhinein zu korrigieren ist mühsam oder unmöglich. Darum – ein schneller Blick auf das (beleuchtete) Display und man hat alle wichtigen Informationen, anstatt wie bei vielen anderen Modellen erst mühsam auf dem Touchdisplay auf der Rückseite zu suchen. 

Der Autofokus Switch

Beim Kauf meiner Objektive achte ich darauf, dass jedes Objektiv einen manuellen Fokusring hat. Dadurch sind manuelle Fokus-Verläufe beim Filmen, bzw. manuelles Einstellen des Fokus beim Fotografieren (z.B. im Makrobereich möglich). Zwar kann man das mit anderen Objektiven auch- z.B. über die Pfeiltasten oder das Wählrad an der Rückseite der Kamera, aber wer will das schon, zumal man so nicht gleichzeitig durch den Sucher schauen kann. Auch ein schnelles Umschalten auf AFC (Auto-Verfolgung) bei Sport, Autos, Surfern, Wildlife ect ist sehr nützlich. 

Bei der GX80 sitzt diese Funktion auf einer Fn Taste und muss über das grosse Display aktiviert werden. Bei der G-9 sitzt dieser Switch direkt neben dem Daumen – so kann der Modus blind geändert werden. TOP! Zentral im Switch findet man den AE/AF Lock, d.h. das Festhalten der Belichtungseinstellungen, die bei harten Lichtverhältnissen ebenfalls sehr nützlich ist.

4K Video mit 60fps

Ja wir filmen in 4K – nicht weil wir unsere VLOGs und Videos in 4K produzieren, sondern weil wir ohne Qualitätsverlust stabilisieren und croppen wollen. Stell Dir vor, Du filmst Den Löwen auf Safari und er ist halt etwas zu weit weg für dein Objektiv -wie gerne würdest Du nun in das Bild zoomen und die Umgebung weg croppen und trotzdem noch ein gestochen scharfes Full HD Bild zu haben. Wenn Du nur in FullHD filmst, geht das nicht. Wenn Du zwar in 4k aber nur mit 30fps (Frames per second) filmst, entgeht Dir die Möglichkeit der ruckelfreien Slow Motion, welche so wichtig ist, um Emotionen zu transportieren. 

Die G-9 war 2018 nebst der GH5S eine der wenigen (wenn nicht die einzige) DSLM Kamera welche 60 fps bei 4K Video ermöglicht. Genial! Wer keine Oskar Ambitionen hat, dem reicht die G-9 völlig.

VLOG Funktionen

Jeder VLOGER kennt das – sieht er sich nicht selber, dreht er alles 4x. Ein 180° drehbares „Selfie“-Display ist also ein absolutes Muss. Ebenso ein Mikro-Eingang bzw. eine Mikro-Halterung oben am Sucher. Check und Check. 

Stabilisierung 

Die GX-9 verfügt über einen Dual IS, d.h. Stabilisierung im Objektiv und im Gehäuse – dadurch sind wackelfreie Videos und Fotos möglich. Für Video-Shoots verwenden wir natürlich trotzdem einen Gimbal – aber wer hat zum Reisen schon einen Gimbal dabei?

Wasser- und Staubdicht

Schonmal im Dschungel oder im Dauerregen fotografiert? Ständig macht man sich sorgen um’s Equipment – Die GX9 ist abgedichtet und bietet so ein Feature welches man früher nur in Profi-DSLR’s gefunden hat. 

Doppelter SD-Karten Slot

Wurde von mir immer belächelt, aber mit den heutigen Datenmengen im 4K-Bereich machen zwei SD Karten definitiv Sinn. Ich speichere Videos auf einer Karte und die Fotos in RAW und JPG auf der zweiten Karte.

Super Handling

Wer grosse Hände hat, den schmerzt eine kleine kompakte Kamera nach schon wenigen Minuten. Hier offeriert die G-9 einen super Grip auch für grosse Hände. Alles ist da wo es hingehört. Zwei Drehräder für Blende und ISO, ein Daumen Joystick für das manuelle Setzen vom Fokus (z.B.) oder ein FN-Switch auf dem linken Mittelfinger – der mit vielen Funktionen belegt werden kann, bei mir standardmässig mit dem Silent-Mode. 

Also was spricht gegen die G-9? Eigentlich nur, dass die Handys immer stärker werden – sonst fällt mir kein Grund ein. Ausser dass halt wieder ein kleiner Kamera-Rucksack her musste für Body und Objektive, und nun Jenny wieder Ihr eigenes Handgepäck in’s Flugzeug tragen muss 🙂

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