Camping auf China`s Grosser Mauer

Nicht dass es uns in unserem Hostel hier in Beijing nicht gefallen würde… Aber wahrscheinlich können eben nicht viele Menschen behaupten, auf der Chinesischen Mauer übernachtet zu haben. Deshalb entscheiden wir uns gern für diesen ungewöhnlichen Ausflug.

Die Chinesische Mauer gilt als eines der Highlights von Beijing und sicher auch von ganz China. Als Tourist kann man verschiedene Teilabschnitte der Mauer besichtigen, davon sind einige gar-nicht-, andere schonend- und die Nächsten -wie wir zu sagen pflegen- hardcore-restauriert (zum Verständnis: die Chinesen neigen ab und an dazu, alte Kulturdenkmäler nahezu zu plastifizieren, damit sie möglichst ganz neu aussehen und niemals mehr kaputt gehen können… Sieht teilweise fast spielzeugmässig aus. Geschmackssache.).

Unser Ausflug geht zu einem nicht-restaurierten Teil der Mauer. Wir fahren mit dem Minibus undeiner aufgestellten 10er-Gruppe am Mittag von den Hutongs in Beijing los, um drei Stunden und einige Klein-Staus später an der Mauer anzukommen. Von den Rücksitzen im Bus erspähen wir die ersten Teile der Mauer und wie sie sich über die grünen Hügel schlängelt. Einfach atemberaubend! Schnell springen wir aus dem Auto – wird ja auch nach guten drei Stunden einmal Zeit! Aber… es ist wirklich MEGA kalt!!

Zum Glück sind wir ausgerüstet und wir ziehen so ziemlich alles an, was wir so dabei haben. Unterhemd, Langes Unterhemd, Wanderhemd, Faserpelz, Jacke, Mütze, Schal, Thermoleggins… Und ne Decke drumherum. So wird es wohl gehen. Ein heisses Rind Sezchuan heizt uns vor unserem Erkundungsgang auch noch ein wenig ein.

Wir erkunden die Mauer und erfreuen uns an dem sagenhaften Panorama! Wir sind ausserdem die einzigen Touristen / Menschen hier und können diese Augenblicke ganz für uns allein geniessen. In einem der alten Wachposten hat man Zelte für uns aufgeschlagen. Dort werden wir die Nacht verbringen. Der Wind schüttelt die Zelte regelmässig durch und als die Sonne endgültig untergegangen ist, wird es so richtig kalt. So sollen wir hier Schlaf finden?! Wir alle haben insgeheim so unsere Bedenken. Doch wir lassen uns die gute Laune nicht verderben, geniessen die einmalige Atmosphäre und stellen letztendlich fest, dass die Zelte zum Glück einigermassen winddicht sind!

So erinnern wir zwei uns an das Camping in Kindertagen und kuscheln uns mit drei Schlafsäcken und einigen Decken im mikro-mässigen Zeltli ein… Wir fühlen uns wohl in der Ruhe… „Wer allein ist, der hat es gut, da niemand da, der ihm was tut…“

Am nächsten Morgen sind wir alle früh wach. Schon um 5:30Uhr sieht man ein zartes Licht am Horizont. Den Sonnenaufgang wollen wir auf gar keinen Fall verpassen! Nocheinmal beissen wir die Zähne zusammen, trotzen der klirrenden Kälte, nehmen die steilen Treppen in Kauf und suchen uns irgendwo im nirgendwo ein einigermassen windstilles Plätzchen, um die Sonne aufgehen zu sehen… Leider kann man das Wetter noch nicht vorbestellen – die Wolken waren nicht geplant -, aber wir werden diese wunderschönen, fast magischen Augenblicke wohl niemals mehr vergessen!

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2 Comment

  1. Retoandjenny says: Antworten

    Hallo Melanie!

    Sorry für die späte Antwort! Wir haben das über unser Hostel gebucht. Waren auf einem nicht-restaurierten Teil. Nehmt -wenn irgend möglich- einen eigenen Schlafsack mit. Hygiene wird nicht gross geschrieben (miiiieeeeeffffff!!!!). Wir waren im „Leo Courtyard“ – was auch wegen der Lage schon sehr zu empfehlen ist (direkt in den Hutongs, Must-Visit: Sakura Cafe für Frühstück „Life is Backpacking“!!!! und das Restaurant „Big Roast Duck Dumpling“ – neben dem Leo Courtyard). Have fun!!! Happy travels!

  2. Melanie says: Antworten

    Hallo Ihr Beiden. Wir möchten im Mai auch gern auf der Mauer zelten. Mit welchem Veranstalter habt ihr dieses Abenteuer gemacht und bei welchem Mauerabschnitt wart ihr?

    Danke für die Anrwort!

    Melanie

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