Und plötzlich dreht sich alles – ReiseAUS in Kolumbien

LagerungsschwindelTOPneu

Es fällt uns schwer diesen Artikel zu schreiben. Ja, Ihr habt richtig gelesen: Reiseaus in Kolumbien. Wir kommen früher nach Hause. Keine Weiterreise in Kolumbien. Kein Aruba. Sondern ein Flug, Last Minute gebucht, zurück nach Zürich.

Wir sind ebenfalls geschockt. Und traurig obendrein.

Die Gesundheit hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich, Jenny, bin vor circa 10 Tagen an heftigen Schwindelattacken erkrankt. Sie sind völlig aus dem Nichts aufgetaucht. Als ich eines schönen Morgens in Medellin im Bett die Augen aufmachte, drehte sich der ganze Raum wie ein Karussell mit 100km/h um mich herum. Zuerst dachte ich, ich hätte nur böse geträumt, jedoch passierte das Ganze immer wieder, wenn ich den Kopf zur Seite legte.

Mir wurde schlecht und ganz heiss und kalt. Mit Reto’s Hilfe schaffte ich es aufzustehen und sogar etwas zu frühstücken. Nach ein paar Metern draussen laufen und dem erneuten “Test”, war der Spuk fast weg. Aus Angst rief ich jedoch meinen Shweizer Hausarzt an. Die naheliegenste Diagnose:

Gutartiger Lagerungsschwindel

Was ist das? Anscheinend hat sich in meinem Gleichgewichtsorgan ein Kristall verselbstständigt und richtet so frei schwebend Blödsinn im Gleichgewichtsorgan an. Daher die Schwindelattacken, wenn ich den Kopf drehe… Aha. Das Ganze braucht bis zur Genesung mindestens 10-14 Tage und sollte mit ein paar Lagerungsübungen von selber wieder weg gehen…

So schauten wir bei Dr. Google nach, wie wir diese Übungen machen müssen – was jeden Tag zu unserem morgendlichen Ritual wurde. Nachts hatte ich oft weiterhin Schwindelattacken und an den meisten Tagen war mir bis am Mittag übel. Ich traf hin und wieder die Türöffnung nicht und rannte gegen eine Wand, bevor meist gegen Nachmittag die Symptome fast verschwanden.

Komplikationen in Cartagena

Aufgrund von gebuchten Weiterflügen mussten wir nach Cartagena weiterreisen. Damit kam ein heftiger Klimawechsel: Wo wir in Medellin noch froh um einen leichten Pulli am Abend waren, war es nun in Cartagena heiss, schwül und nahezu unerträglich. Ich fühlte mich konstant wie auf einem Boot… Jeder Gang nach draussen ging auf wackligen Beinen.

Und dann kam der Kollaps…

Nach einen Mittagessen war es dann soweit… Sengende Hitze, stickige Luft, Karussell im Kopf, Knie weich. Schwarz vor den Augen. Leider fand die Fortsetzung dann in der Notaufnahme des Spitals statt. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Ich besuchte hier drei Ärzte. Keiner machte mehr als den Blutdruck zu messen, in die Ohren zu gucken, ein oder zwei motorische Tests und dann wurden einfach viele Rezepte für Medikamente ausgestellt. Zwei von ihnen ordneten ein MRT an. Einer wollte mal sicherheitshalber eine feine Koritison-Spritze machen. Das alles fand in dreckigen Behandlungszimmer, auf befleckten Liegen, rostigen Möbeln, mit Geräten die sicher bereits den 1. Weltkrieg gesehen hatten, statt. Da ist man ganz schnell wieder gesund!!

Und so versuchten wir es halt nochmal. Wir verordeten uns einen Reisestopp und blieben 6 Tage in Cartagena, mehrheitlich im klimatisierten Zimmer. Gar nicht lustig. Jeder Gang vor die Tür eine Herausforderung: Natürlich auch aus Angst vor einem erneuten Zwischenfall.

Besserung in Sicht

Nach ein paar Tagen Ruhe hatte ich den Eindruck, dass wir weiterreisen könnten. Und so besorgten wir uns Busticktes nach Palomino. Es wurde uns eine Fahrzeit von 4-5 Stunden versprochen – am Ende waren es 7. Und der nächste Schwindel und eine erneute Verschlechterung meines Zustandes liess nicht lange auf sich warten.

Das traurige Fazit

Ich bekomme das hier nicht hin mich zu regenerieren. Jedes Mal nach den Transfers wird es wieder schlimm, ich fühle mich schlapp und trage immer etwas Angst in mir. Wir können die Rundreise nicht weiterführen.

Kolumbien ist eben auch leider keine Kaffeefahrt. Verkehr ist verrückt, Dreck, hundert Lärmquellen von überall, das heisse, schwüle Klima, wenig oder kein Komfort, man muss vorsichtig und wachsam sein – um hier zu reisen und geniessen zu können, muss man einfach fit sein.

Deshalb haben wir uns entschlossen heim zu kommen. Ich möchte schnell wieder ganz gesund und schwindelfrei sein. Das kann ich am Besten zu Hause und ich bin sehr dankbar dafür – und manchmal muss man das erst am eigenen Leib spüren – dass wir in CH / D / AT solch ein tolles Gesundheitssystem haben, die auch für einen da sind, egal wo man auf der Welt ist.

In dem Sinne, Ihr Lieben: Seid und bleibt gesund! Wir machen uns bald auf den Weg, natürlich lasse ich mich zu Hause nochmal durchchecken und wir hoffen und glauben das Beste!

PS: Selbstverständlich folgen noch die Berichte / Vlogs über die Orte, die wir in Kolumbien besucht haben!

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5 Comment

  1. Konstanze says: Antworten

    Liebe jenny. Gute Besserung. Und baldige Genesung. Hoffe das du wieder schnell auf die Beine kommst. Und das du dein urlaub wiederholen kannst. Liebe grüße. Konstanze

  2. Ohe, das tut mir sehr leid für euch und vor allem für dich, liebe Jenny. Sowas will man nicht erleben und schon gar nicht im Urlaub. Ich drücke euch die Daumen für eine unbeschwerliche Heimreise und eine schnelle Genesung!

    1. Jenny says: Antworten

      Hey Du Liebe

      Danke für Deinen Gruss und die lieben Wünsche. Sind nun zu Hause. Muss natürlich noch in den Check-up, aber die Reise ist gut überstanden. 🙂 Wir nehmen mal das Beste an!

      Lieber Gruss

  3. Hey Jenny,

    ich bin ganz erschrocken. ABER die Gesundheit geht vor! Ich denke das du die richtige Entscheidung getroffen hast! Ich kann es gut nachvollziehen!

    Schwindelattacken ist mit das schlimmste was man sich vorstellen kann wenn man unterwegs ist. Ich bin zwar nicht direkt an Schwindelattacken betroffen, dennoch kommt es fast bei jeder Reise vor das mir schlecht wird und mein Kreislauf im Keller ist. Dafür brauche ich mindestens 1-2 Tage bis ich mich wieder fit fühle. Gerade die Klimaunterschiede machen mich zu schaffen.

    Ich wünsche Dir alles Gute und fühl dich gedrückt!

    Das du schnell wieder auf die Beine kommst.

    Liebe Grüße

    Saskia

    1. Jenny says: Antworten

      Hallo Saskia

      Danke für Deinen lieben Kommentar und Dein Mitgefühl.

      Ja, dass die Gesundheit vorgeht haben wir uns dann auch sagen müssen. Da hast Du vollkommen Recht. Kenne das mit dem Kreislauf auch… Aber der Schwindel war dann echt zu viel. Unterdessen haben doch einige gesagt, dass sie das auch schon hatten… Bin ganz beruhigt, denn die Erfahrungen gleichen sich sehr. Morgen muss ich hier zu Hause nochmal zum Doc. Ich erwarte eine Bestätigung der Sache.

      Ganz lieber Gruss

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